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23. März 1915
Der Kursus ist beendet. Ich ziehe also wieder alle 4 Tage mit in Stellung rechts vom Kanal. Uns gegenüber muss ein Kerl mit einem Zielfernrohrgewehr liegen, der durch die Schießscharte einen unserer besten Leute erledigt. Auf dem Kanal schicken uns die Franzosen ein kleines Segelschiff mit einem üblen Witzblatt über Kaiser Wilhelm und einem Stückchen Brot für die "verhungernden Deutschen". Wir senden bei günstigem Wind das Brot mit einer Leberwurst zurück. Am Tage schießen wir viel aus den Scharten. Nachts wird scharf aufgepasst. Drei Horchposten, die je 10-15 m vorgeschoben sind, sorgen dafür, dass sich kein Feind ungesehen nähern kann. Ich mache wieder verschiedene Patrouillen. Da nur ganz vereinzelt Tannenbäumchen stehen, ist das ein gefährliches Unternehmen, zumal alle Augenblicke die Franzosen Leuchtkugeln abschießen und dauernd Beunruhigungsschüsse abgeben. Einmal holen wir aus dem feindlichen Horchpostenloch die abgeschossenen Patronenhülsen. Da die Stellungen nur 80 m voneinander entfernt sind, hört man auf den Patrouillen jedes Wort. Leider werden beim Abschießen einer Gewehrgranate 2 Unteroffiziere unserer Kompanie verwundet. Die Granaten krepieren nämlich oftmals direkt über der Gewehrmündung bei Abschuss. In der Reservestellung ist für Lt. Mackensen eine Bude gebaut, die ganz famos eingerichtet ist. Trotzdem sie nur 700 m hinter der Front liegt, ist sie mit Türen, Fenstern, Gardinen, Teppichen, bequemen Stühlen usw. versehen. Wenn ich auf Feldwache liege, komme ich mittags zum Essen durch den Laufgraben zurück. Nachmittags wird oft gemütlich Doppelkopf gespielt. Ab und zu stört uns eine feindliche Granate aus unserer Ruhe, im Allgemeinen haben wir aber nicht viel unter dem feindlichen Feuer zu leiden. Nur einige Punkte der Gräben nimmt der Franzmann in ganz bestimmten Zeiten unter Feuer; er bildet sich wohl ein, dass in dieser Zeit Ablösungen stattfinden.

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