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1. Oktober 1914
Wir liegen den ganzen Tag über im Schützengraben links von Courcy. Es ist ganz angenehm, weil das Wetter schön ist. Es gibt viel Brot und auch Feldpost. Abends überbringe ich die Meldung zum Bataillon, dass unser 1. Ersatz da ist. Unterwegs wurde ich von einer feindlichen Patrouille beschossen.

2. Oktober 1914
Im Schützengraben. Wir decken ihn teilweise ab, um gegen Schrappnellkugeln gesichert zu sein, so entstehen die ersten Unterstände. Am Tag schlafe ich viel. In der Nacht ziehen Pioniere ein Drahthindernis.

3. Oktober 1914
Wir werden morgens 4 Uhr abgelöst und rücken über Courcy nach Bourgagne. Hier wird Dienst wie im Frieden abgehalten. Ich bin als Befehlsempfänger bei Hauptmann Schimmelpfeng und brauche keinen Dienst mitmachen.

4.-8. Oktober 1914
Dasselbe.

9. Oktober 1914
Morgens lösen wir die 92er westlich des Kanals in Höhe der Mühle ab. Wir haben den ganzen Tag Ruhe. Ab und zu kreist ein Flieger über der Stellung, die durch Stolperdrähte und ein Drahthindernis gesichert ist.

10. Oktober 1914
Am Tag Ruhe. Abends gegen 11 Uhr Angriff der Feinde auf die Stellung unserer 5. und 7. Kompanie. Wir bekommen schweres Artilleriefeuer und haben 1 Toten und 19 Verwundete.

11. Oktober 1914
Ein wunderschöner Sonntagmorgen, der nur durch schweres Artilleriefeuer gestört wird. Aus der Ferne hört man den Gesang von einem Feldgottesdienst. Mehrere Flieger kreisen am blauen Himmel. Ein deutscher und ein französischer Fesselballon schaukeln im Winde.

12. Oktober 1914
Wir werden morgens 4 Uhr durch das 1. Bataillon abgelöst und beziehen wieder die Reservestellung am Arme-Marne-Kanal. Hier bauen wir den ganzen Tag an der Bude von Hauptmann Schimmelpfeng.

13. Oktober 1914
Morgens um 4 Uhr werden wir durch die 92er abgelöst und beziehen wieder dasselbe Quartier in Bourgagne. Ich bin wieder Befehlsempfänger. Wir bekommen hier zum ersten Male Liebesgaben: Schokolade und Wurst, das schmeckt vielleicht!

14.-15. Oktober 1914
In Bourgagne. Ich bin Befehlsempfänger. Am 15. kommen die Kriegsfreiwilligen, darunter Harthausens Bruder Bruno, welchen ich schon von Celle her kenne.

16. Oktober 1914
Ich bekomme 7 Pakete auf einmal. Ist das eine Freude.

17. Oktober 1914
Wir lösen morgens 4 Uhr die 92er am Kanal ab. Ich bin beim Bataillon.

18.-19. Oktober 1914
Am 18. nichts Neues. Am 19. abends 10:30 werden wir durch die 15er abgelöst und marschieren im Dunkeln nach Pignicourt, wo wir in Quartier kommen.

20.-26. Oktober 1914
Aufenthalt in Pignicourt, einem ganz trostlosen kleinen Nest. Ich bin Befehlsempfänger. Am 22. nachmittags Alarm, ebenso noch einmal abends. Viele Liebesgaben.

27. Oktober 1914
Wir marschieren nachts nach Conde, es regnet in Strömen. Ich bin wieder Befehlsempfänger und wohne auf einem Dachoden.

28. Oktober 1914
Wir lösen nachts um 4 Uhr das 3. Bataillon in dem Steinbruch von Berry au Bac ab. Der Marsch geht an einem Kanal entlang. Wir wohnen in schlechten Unterständen 200m vor dem Feind.

29. Oktober 1914
Furchtbares Feuer von schwerer Artillerie in unsere Stellungen im Steinbruch. Wir haben 2 Tote und 15Verwundete. Befehlsempfänger Kriege 8. Kompanie und Stolte 5. Kompanie, beides Einjährige, fallen. Evermann Befehlsempfänger 7. Kompanie (Einjähriger) und ich wohnen in einer Felshöhle, in der wir uns ganz sicher fühlen.

30. Oktober 1914
Nachmittags 5 Uhr Angriff der 8. Kompanie auf den Schützengraben 1 der Franzosen. Dieser wird genommen und große Beute gemacht. 6 Gefangene, 200 Gewehre, Haubitzen, Konserven u.s.w.

31. Oktober 1914
Nachts um 1 Uhr werden wir durch unser 3. Bataillon abgelöst und kommen wieder nach Gernde. Hier wohnen wir wieder auf unserem gemütlichen Boden. Die englische Artillerie schießt mitten ins Dorf vor unser Haus und lässt uns nicht mehr richtig zur Ruhe kommen.

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